An der Burghofnacht konnten Besucher «die Sau rauslassen»

Lass die Sau raus – das Motto verkündeten bereits die riesigen Mastschweine, die neben den Parkplätzen auf dem Burghof bis spät in die Nacht hinein weiden durften. Dann begann die Riesenparty aber eher gemächlich: Mit einem Kaffeezelt und stimmungsvollen Lagerfeuern gleich hinter dem Eingang. Die österreichische Cover-Band «Exit 207» hatte zu Beginn nur wenig Publikum und die Steelband «Pan Friends» ging fast im beginnenden Rummel unter. Beim «Acoustic Country Project» und dem dazu passenden Linedance kam langsam Begeisterung bei den Gästen auf.

Irgendwann, kurz nach Mitternacht, war es wieder so weit. Die Leute stiegen im «Maisloch» auf die Strohballen und liessen zur Musik von «Dj Senic» tanzend die Hemmungen fallen. Es ging zu und her wie am Ballermann auf Mallorca und im Kuhstall mit den super DJ’s Flava & Stevenson war selbst mit Einsatz der Ellbogen kein Durchkommen mehr. Wer es etwas urchiger mag, der kam bei «Squaw» und altehrwürdigem Rock’n’Roll auf seine Kosten. Und dann konnte man beim «Säuli Trog» tatsächlich die Sau rauslassen.

Zu Essen gab es von Pasta über Raclette oder Hamburgern bis zum Kebap so ziemlich alles, was man sich an Fastfood vorstellen kann. Schlangen gab es keine, die vielen Bars und Stände mit den bezeichnenden Namen wie «Chatzeschopf» oder «Hünerstall» waren immer auf der Höhe ihrer Aufgabe. Zwei Drittel der Helfer rekrutierte der VBC Aeschi in seinen eigenen Reihen, dazu kam Hilfe von den Eishockeyanern des EHC Koppigen. Besonders wertvoll erwiesen sich auch die beigezogenen Profis vom Restaurant Seeblick.

Etwas mehr als 4’000 Besucher seien gekommen, schätzte Manuela Witmer, die Präsidentin des Organisationskomitees. Kein Rekord – der liegt bei etwa 6’000 Besuchern – aber ein schöner Erfolg für die Volleyballer aus Aeschi und die Familie Aeschlimann, auf deren Bauernhof die Riesenparty zum 19. Mal durchgeführt wurde. «Der Wetterbericht war schlecht, deshalb sind wohl einige Leute zu Hause geblieben», meinte Witmer. Am Ende waren die Organisatoren froh, dass es nie geregnet hatte. Ein Traktor wäre allerdings bereitgestanden, der die Autos nach einem Gewitter aus dem Feld gezogen hätte. Soweit kam es aber nicht.

Der Alkohol floss wie immer in Strömen, aber das vor einigen Jahren bei den Jugendlichen beobachtete «Kampftrinken» bis zum Umfallen war nicht mehr in diesem Masse zu beobachten. Das erleichterte auch die Arbeit der Sicherheitsleute. «Wir sind besonders glücklich darüber, dass es keine Zwischenfälle gab und dass die Stimmung immer ausgelassen aber freundschaftlich war», sagte die OK-Präsidentin am Tag danach. «Es ist schön, dass wir so ein gemischtes Publikum haben. Jung und Alt, Stadt und Land, alle fühlen sich an wohl an der Burghofnacht.»

Bis am Sonntagabend räumen die vielen Helfer auf dem Burghof auf und dabei wird bereits über das kommende Jubiläum mit der 20. Burghofnacht diskutiert. Manuela Witmer will sich dazu noch einmal eine Steigerung einfallen lassen. In welche Richtung es gehen könnte, verrät die Präsidentin des Organisationskomitees aber noch nicht.